Der Begriff „Vibe Coding” wurde Anfang 2025 vom KI-Forscher Andrej Karpathy geprägt. Gemeint ist eine Arbeitsweise, bei der Software nicht mehr Zeile für Zeile geschrieben, sondern in natürlicher Sprache beschrieben wird; die KI übernimmt die Implementierung.
Meine bisherige Website lief auf Django, einem Python-Framework für komplexe Webanwendungen mit Datenbanken und Benutzeranmeldung. Ich wollte Django ausprobieren, weil ich eine andere Anwendung damit entwickeln wollte; das Framework eröffnet vielfältige Möglichkeiten, und es war ein nettes Experiment. Für eine reine Content-Website war aber alles over-engineered und unpraktisch. Ziel war die Migration zu Astro, das speziell für Content-Websites entwickelt ist: Es trennt Inhalte (in Markdown-Dateien) von der Darstellung (Templates) und generiert daraus statische HTML-Seiten.
Im ersten Schritt kam Manus.ai zum Einsatz, ein KI-Agent, der komplexe Aufgaben weitgehend autonom durchführt. Ich habe ihm Zugriff auf mein Code-Repository gegeben und die gewünschte Struktur beschrieben. Manus analysierte den bestehenden Code, plante die Migration und generierte eine neue Projektstruktur. Nach jeder Iteration wurde eine Vorschau-Version zur Begutachtung bereitgestellt; ich konnte Feedback geben, Manus passte an. Claude Code nutze ich für den Feinschliff, auch im Dialog.
Vibe Coding verändert, wie Software entsteht. Die Einstiegshürde sinkt, die Geschwindigkeit steigt. Aber die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Menschen. Das erfordert weniger technisches Detailwissen als vielmehr die Fähigkeit, die richtigen Use Cases auszuwählen und die richtigen Fragen zu stellen.